Glossar: Arbeit

Es gibt viele Definitionen und Formen von Arbeit. Arbeit ist ein weites, spannendes Themenfeld – deswegen haben wir dafür eine extra Glossar-Seite eingerichtet. Aber auch hier sind die jeweiligen Begriffe nur ganz grob beschrieben. Das reicht als erste Erklärung, aber meist gibt es noch viel mehr dazu zu sagen. Wenn ihr euch dafür interessiert, schreibt uns doch einen Kommentar oder eine E-Mail an info@brausemag.de.

Lohnarbeit

Nicht nur Arbeit, bei der wir Geld verdienen, ist Arbeit. Um sie von anderen Arten der Arbeit abzugrenzen, gibt es den Begriff Lohnarbeit für bezahlte Arbeit. Man spricht von Lohnarbeit vor allem dann, wenn man bei einer Firma angestellt ist und regelmäßig Lohn oder Gehalt bekommt.

Care/ Pflegearbeit

Care ist englisch für Pflege und Kümmern. Diese Arbeit wird bezahlt und unbezahlt geleistet. Als Lohnarbeit ist der Pflegesektor meist schlecht bezahlt und findet unter schwierigen Bedingungen statt. Zeitdruck, Überarbeitung, wechselnde, schlecht planbare Arbeitszeiten und schwere körperliche Arbeit gelten als normal.
Der größte Teil von Carearbeit wird aber unbezahlt geleistet – meistens von Frauen, die sich um Kinder, kranke Angehörige und alte Menschen kümmern. Diese Arbeit wird oft als selbstverständlich angesehen und wenig wertgeschätzt.

Hausarbeit

Auch diese Arbeit kann bezahlt und unbezahlt geleistet werden. Auch wenn heute allgemein anerkannt ist, dass es Quatsch ist, dass Hausarbeit “Frauenarbeit” sei, ist der größte Teil trotzdem noch ungleich verteilt. Laut einer EU-Statistik von 2017 verrichten 79 % der Frauen täglich die Hausarbeit oder kochen – und nur 34 % der Männer. Diese Ungleichheit beginnt aber schon viel früher: oft wird von Mädchen und Kindern, die als Mädchen wahrgenommen werden, schon in der Kindheit mehr Hilfe im Haushalt erwartet.

Sexarbeit

Sexarbeit ist auch Arbeit. Obwohl es gerne mal das älteste Gewerbe der Welt genannt wird, ist der Job mit vielen Vorurteilen belastet und die Arbeitsbedingungen für Sexarbeiter*innen oft sehr schwierig. In vielen Ländern ist Sexarbeit ganz verboten, in anderen, wie auch Deutschland, gibt es in der Regel sehr einschränkende Gesetze, die es für Sexarbeiter*innen oft schwierig machen, ihre Arbeit sicher auszuüben. Dazu kommt, dass Sexarbeiter*innen oft als “schmutzig” oder weniger wert behandelt werden, als würde ihre Arbeit sie zu schlechten Menschen machen.
Es gibt verschiedene Formen von Sexarbeit. Manche verkauften z.B. Bilder und Filme, Andere sexuelle Dienstleistungen. Und auch da gibt es große Unterschiede in Sicherheit, Einkommen und Arbeitsweise.

Arbeitsrecht

Arbeit – im Sinne von selbständiger und abhängiger Lohnarbeit (zum Beispiel in einem Angestelltenverhältnis) – ist gesetzlich geregelt. Alle Gesetze, Verordnungen und alle anderen verbindlichen Bestimmungen, die diese Bereiche regeln, nennt man Arbeitsrecht. Dabei wird zwischen individuellem und kollektivem, Arbeitsrecht unterschieden. Das individuelle Arbeitsrecht regelt das Verhältnis zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in, das kollektive regelt das Verhältnis von Arbeitgeber*in und verschiedenen Organisationsformen von Arbeiter*innen, wie zum Beispiel dem Betriebsrat oder einer Gewerkschaft. Ein wichtiger Teil des Arbeitsrechts ist zum Beispiel der Schutz von Arbeitnehmer*nnen vor willkürlichen Kündigungen, oder gefährlichen Arbeitsbedingungen. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, welches vor Diskriminierungen im Job schützen soll, ist wichtiger Bestandteil des Arbeitsrechts.

Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähig sind Menschen, die aufgrund von Krankheit kurz- oder langfristig ihrer Erwerbsarbeit nicht nachgehen können oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung. Eine solche Krankheit kann sowohl körperlich, als auch mental/psychologisch sein. Menschen, die auf Grund von Krankheit nicht arbeiten können, werden oft weniger wertgeschätzt, besonders wenn sie sehr lange oder sogar für den Rest ihres Arbeitslebens ausfallen. Immer wieder wird unterstellt, dass Menschen nur “krankfeiern” und nicht wirklich krank sind und oft wird bei kurzen Erkrankungen erwartet, dass die Arbeit von zuhause aus erledigt wird. Dabei ist es wichtig auf sich Acht zu geben und sich nicht unter Druck setzten zu lassen, auch wenn man nicht gerade komplett flach liegt.

Gewerkschaften

Gewerkschaften sind eine Organisationsform bei der sich Arbeitnehmer*innen zusammentun, um gemeinsam für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen in ihrer Branche zu kämpfen. Einzelpersonen haben nur einen gewissen Spielraum, in dem sie Verbesserungen für sich selbst erkämpfen können. Wenn diese Veränderungen grundlegend und für möglichst viele Menschen der Branche gelten sollen, müssen sie sich organisieren und – zum Beispiel mit Verhandlungen und Streik – die Interessen ihrer Mitglieder vertreten und durchsetzen. Die Gewerkschaft als Organisation ist langfristig angelegt und die Mitgliedschaft ist freiwillig.

PayGap

Pay Gap bedeutet so viel wie “Einkommenslücke” und beschreibt ein Ungleichgewicht des Lohns zwischen Menschengruppen. Am bekanntesten ist der Gender Pay Gap, dieser beschreibt den Unterschied zwischen Gehältern von Frauen und Männern, es gibt aber auch Pay Gaps zwischen anderen Gruppen, zum Beispiel zwischen Staatsangehörigen und Einwander*innen, zwischen Menschen mit “deutsch” klingenden Namen und zum Beispiel türkisch klingenden Namen und so weiter. Der Pay Gap wird nochmal in zwei Arten aufgeteilt, der unbereinigte und der bereinigte Pay Gap.
Bleiben wir mal beim Beispiel des Gender Pay Gaps: Beim unbereinigten Pay Gap wird geschaut, wie viel Männer durchschnittlich verdienen und wie viel Frauen durchschnittlich verdienen. Dazu gehören nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern auch Verdienste von Arbeitnehmer*innen in (Alters-)Teilzeit, von geringfügig Beschäftigten sowie Auszubildenden und Praktikant*innen. In Deutschland liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 21%. Der bereinigte Pay Gap versucht, unterschiedliche Qualifikationsgrade, Ausbildungshintergründe, Alter etc zu berücksichtigen. Zum Beispiel wird im bereinigten Gender Pay Gap ausgerechnet, wie hoch der Unterschied zwischen den Geschlechtern bei gleicher Qualifikation im gleichen Job ist. Da schwankt die Zahl je nach Region und Branche in Deutschland zwischen 2% bis 6% – auch hier zu Gunsten der Männer.

Grundeinkommen

Hinter dem Grundeinkommen steht die Idee, oder das Konzept, dass jede*r Bürger*in eines Staates von eben diesem Staat monatlich einen bestimmten und für alle gleichen Betrag ausgezahlt bekommt – und zwar völlig losgelöst von Gegenleistungen und der wirtschaftlichen Situation der Person. Dazu gibt es verschiedene Modelle und Ideen zur Umsetzung und auch die Begründungen für ein solches Grundeinkommen sind sehr unterschiedlich. Grob gesagt gibt es zwei Argumentationslinien, einerseits wird mit Menschenrechten, auf der anderen Seite mit Vorteilen/Entlastungen für die Wirtschaft und den Staat argumentiert.

Schularbeit(en)

Seien wir ehrlich. Auch zur Schule gehen, lernen und Hausaufgaben machen ist Arbeit.

Arbeitslosigkeit

Unter Arbeitslosigkeit versteht man das Fehlen von Lohnarbeit, beziehungsweise Erwerbstätigkeit. Eine Person, die nach dieser Definition arbeitslos ist, hat aber tatsächlich oft trotzdem Arbeit: Kindererziehung, Pflege von kranken Eltern, Hausarbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten und so weiter…

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